Ich fotografiere nicht nur, ich halte Lebensabschnitte fest!

 

Fotografie ist nicht mehr das, was sie einmal war. Vorbei sind die wundervollen Zeiten als man einen Film einlegte, auf die Körnung, Isozahl und den Hersteller achtete um sich dann über einen sichtbaren Pickel aufzuregen. Heute ist alles perfekt. Es wird retuschiert was das Zeug hält, jedes iPhone hat hunderte von Apps die Bildbearbeitung, in sofern man dies so nennen kann, zum Kinderspiel machen. Es wird belogen und betrogen immer mit dem Ziel vor Augen das schönste Bild von sich zu haben. Der Konkurrenzkampf ist groß. Die Technik hat sich unglaublich weiterentwickelt. Ich habe versucht es bis zuletzt zu vermeiden mir eine digitale Kamera zu kaufen. Ich hatte als Profifotograf keine Chance ohne zu arbeiten.

 

Was mir geblieben ist ist die Möglichkeit alles manuell einzustellen. Das ganze Theater nur für das perfekte Bild, das es ohne hin nicht gibt. Es wird immer wieder Momente geben die dem Anderen wichtig und dem Einen komplett unwichtig sind. Jeder Fotograf hat seine eigene Handschrift. Diese muss nicht besser oder schlechter sein, nur anders. Ich habe mich nie von irgendetwas beeindrucken lassen. Natürlich ist es toll, wenn man Stars fotografiert, auf den angesagten Modebühnen dieser Welt steht. Gebraucht habe ich das alles allerdings nie.

 

Es gibt unzählige tolle Momente auf dieser Welt. In jeder einzelnen Sekunde. Man muss diese Dinge einfach nur erkennen. In meiner ersten Religionsstunde, ich war damals 9 Jahre alt, hatten wir die Aufgabe ein Bild von Gott zu malen. Ich dachte dabei an Unendlichkeit und entschied mich für eine simple liegende Acht. In der Fotografie das Zeichen für Unendlichkeit beim Fokussieren. Als mein Religionslehrer dies sah, lächelte er und sagte: "Ah, ein Fotograf". Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon 4 Jahre Berufserfahrung, die zugegeben nicht wirklich von Erfolg gekrönt waren. Mir war von Anfang an bewusst, dass ich in der Regel keine Millionen verdienen werde.  Mir war von Anfang an bewusst, dass es sehr zeitintensiv sein kann und mir war von Anfang an bewusst, dass ich mich zu jedem einzelnen Zeitpunkt in meinem Leben wieder dafür entscheiden würde, Fotograf zu werden. Mittlerweile sind meine Kamera und ich eins.

 

Inzwischen sind über 30 Jahre vergangen, ich habe nie mitgezählt aber die 1.000 000 Bildmarke müsste irgendwann Ende der 90'er Jahre geknackt worden sein. Ich bin ein guter Fotograf. Manche Neider wissen das. Mir gehen seit Jahren die Aufträge nie aus. Auch das wissen manche Neider. Doch anstatt es zu ändern verschenken sie ihre Energie und versuchen dagegen zu schießen. Ich würde mich freuen wenn ich viele gute Fotografen kennen würde. Dabei ist es gar nicht so schwer ein guter Fotograf zu sein, oder zu werden. Was das ist und wie es funktioniert behalte ich für mich. Nicht weil ich es niemanden gönne, sondern weil dies mein persönlicher Teil meiner Seele ist uns für andere nutzlos wäre.

 

Ich bin auf jeden Fall der festen Überzeugung, dass es kein Zufall ist, dass ein guter Fotograf ein Fotograf geworden ist. Genau so wenig wie ein Löwenbändiger ein guter Löwenbändiger und ein guter Friseur ein guter Friseur geworden ist.

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